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Information zum Eichenprozessionsspinner




Seit einigen Jahren kommt es zu einem regelmäßigen Auftreten des Eichenprozessionsspinners in Alsdorf und der Region. Der unscheinbar graue und ca. 3 cm große Nachtfalter befliegt, wie der Name sagt, v.a. Stieleichen um dort seine Eier abzulegen. Aus diesen Gelegen schlüpfen gegen Ende April die Raupen des Spinners, die zu der unrühmlichen Bekanntheit des Insekts geführt haben. Die Raupen bilden im Laufe ihrer Entwicklung Brennhaare aus, die bei Kontakt die sogenannte Raupendermatitis, eine brennende und juckende Reizung von Hautpartien und andere allergische Reaktionen hervorrufen können. Ein Kontakt mit den Brennhaaren der Raupen sollte demnach unbedingt unterbleiben.

Ob es sich um Raupen des Eichenprozessionsspinners handelt, ist für den Laien nicht immer leicht zu erkennen. Dennoch gibt es Anhaltspunkte, anhand derer ein möglicher Fund überprüft werden kann.
- Der Spinner befällt fast ausschließlich Eichen, v.a. die Stieleiche.
- In Alleinlage oder Randlage befindliche Bäume an warmen Standorten werden bevorzugt angeflogen.
- Tagsüber halten sich die Raupen in kokon- oder spinnennetzartigen Gebilden – den Gespinsten – auf. Diese befinden sich häufig an den unteren Astansätzen oder dickeren Astgabeln der betroffenen Bäume.
- Die Raupen verlassen vor allem nachts bei der Nahrungssuche das Gespinst und bilden dann lange, bandförmige Reihen, die sogenannte Prozession.
- Die Raupen fressen die Blätter des Baumes, wobei sie die härtere Mittelrippe und die Adern des Blattes stehen lassen.

Wer glaubt, den Eichenprozessionsspinner an einem Baum entdeckt zu haben, der sollte die Bekämpfung unbedingt einem Fachunternehmen überlassen! Auf keinen Fall sollte man versuchen die Gespinste abzuflämmen oder mit einem Wasserstrahl zu entfernen, denn so verteilen sich die Haare in der Umgebung. Auch vermeintlich verlassene Gespinste enthalten Brennhaare. Fachunternehmen nutzen Schutzausrüstung und Spezialgerät, mit dem sie die Gespinste beispielsweise absaugen.

Die städtischen Bäume in Alsdorf unterliegen einer regelmäßigen Kontrolle. Wird der Eichenprozessionsspinner entdeckt, wird eine kurzfristige Bekämpfung durch eine Fachfirma beauftragt. Für Fragen steht zudem das A61 – Amt für Planung und Umwelt der Stadt Alsdorf unter der Rufnummer 02404-50300 zur Verfügung.

Neben der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners durch Fachunternehmen, hat jeder Einzelne die Möglichkeit der massenhaften Vermehrung des Insekts durch die Unterstützung natürlicher Gegenspieler entgegenzuwirken. Auch wenn der Spinner in seiner späten, mit Brennhaaren versehenen Raupenform nur wenige Feinde hat, so vertilgen beispielswiese Vögel die Falter oder Raupen im Frühstadium gerne. Auch Schlupfwespen können natürliche Gegenspieler sein. Durch geeigneten Vogel- und Insektenschutz lässt sich somit zu einem ausgewogenen Gleichgewicht der Arten beitragen.

(apa 05.07.2022)
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