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Scheunenbrand löst Großeinsatz aus


Foto: Feuerwehr Alsdorf

Am Samstagabend wurde der Freiwillige Feuerwehr Alsdorf gegen 19.12 ein Wohnungsbrand in Alsdorf-Warden gemeldet.
Bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle war eine erhebliche Brandrauchentwicklung über Warden erkennbar, sodass unmittelbar Vollalarm für die gesamte Feuerwehr Alsdorf ausgelöst wurde.

I.

Vor Ort war es zu einem ausgedehnten Brand einer Scheune und eines rückwärtigen Anbaus in der Straße „Am Alten Gericht“ gekommen. Unmittelbar entlang der Straße befinden sich im betroffenen Bereich Wohnhäuser in Reihenhausbebauung. In den rückwärtigen Bereichen des betroffenen Grundstücks als auch der jeweiligen links- und rechtsseitig angrenzenden Grundstücke befinden sich Scheunenanlagen und Anbauten.

Bereits bei Eintreffen der ersten Einsatzkräften standen der rückwärtige Anbau sowie Großteile der Scheune in Vollbrand. Aufgrund der erheblichen Hitze- und Brandeinwirkungen war es zu einem Totaleinsturz des rückwärtigen Anbaus gekommen, sodass ein Innenangriff zur Brandbekämpfung nicht mehr möglich war. Der Brand selbst hatte sich bereits auf das westlich angrenzende Grundstück ausgeweitet und Teile des dortigen angrenzenden Scheunendaches sowie im Außenbereich gelagerte Gegenstände in Brand gesetzt.
Zum Schutz der jeweils auf den Nachbargrundstücken angrenzenden Scheunen und Gebäude sowie zum Schutz der im vorderen Grundstücksbereich befindlichen Wohnbereiche wurden zunächst zwei Einsatzabschnitte „Brandbekämpfung“ gebildet. Im rückwärtigen Bereich wurden die angrenzenden Gebäude mittels mehrerer C-Strahlrohre und dem Einsatz eines Wasserwerfers abgeriegelt. Die angrenzenden Scheunen konnten durch die umfassende sog. „Riegelstellung“ gehalten werden.
Der weitere Einsatzabschnitt an der Gebäudefront führte ebenfalls eine umfassende Brandbekämpfung und Abriegelung des Feuers aus. Einsatzziel war auch hier die Verhinderung einer Brandausbreitung auf die vorgelagerte Wohnbebauung sowie angrenzenden Scheunen. Parallel zur Abriegelung der beiden angrenzenden Scheunen wie auch der vorderseitigen Wohngebäude wurde die eigentliche Brandbekämpfung eingeleitet.
Aufgrund des Totaleinsturz des rückwärtigen Anbaus konnte eine dortige Brandbekämpfung lediglich von außen erfolgen. Ebenfalls im Bereich der auf dem betroffenen Grundstück befindlichen Scheune war es zu einem erheblichen Teileinsturz gekommen, sodass sich auch hier die Brandbekämpfung als schwierig gestaltete. Im rückwärtigen Einsatzabschnitt überwanden die Einsatzkräfte eine Grenzwand mittels Steckleitern um eine konzentrierte Brandbekämpfung durchzuführen, während im vorderen Einsatzabschnitt unterstützend die Drehleiter mittels Wasserwerfer, sog. Wenderohr, eingesetzt wurde.
Durch die Wehrleute wurden in diesem Zuge mehrere bereits brandbetroffene Gasflaschen und eine Acetylenflasche geborgen und zur kontrollierten Abkühlung in einen im Gartenbereich befindlichen Pool verbracht. Bereits während des Einsatzes war es zu verschiedenen Explosionen im Brandbereich gekommen.

II.

Da unterhalb der eingestürzten Anbaudecke weitere Glutnester und eine erhebliche Hitzeentwicklung vorhanden waren wurde das THW zwecks Räumung und Zugänglichmachung zur Einsatzstelle gerufen. Mittels eines Teleskopladers des THW wurde das eingestürzte Anbaudach angehoben und eine weitere Brandbekämpfung durch die Wehrleute durchgeführt.
Aufgrund der verschiedenen Einsatzabschnitte und ausgedehnter Einsatzfläche wurde durch das THW die Einsatzstelle zudem ausgeleuchtet.

III.

In unmittelbarer Nähe zum Brandereignis befindet sich der oberirdisch verlaufende Merzbach. Zur Vermeidung von Umweltgefahren durch verunreinigtes Löschwasser wurden vorsorglich sowohl der Eigenbetrieb Technische Dienste – Abwasser – der Stadt Alsdorf als auch die untere Wasserschutzbehörde / Umweltamt in den Einsatz eingebunden und der Fachberater Chemie der StädteRegion zur Einsatzstelle gerufen.
Ebenfalls wurden vorsorglich die angrenzenden Nachbarwehren/Kommunen, durch welche der Merzbach fließt, in Kenntnis gesetzt. Durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Aldenhoven wurde der Bachlauf kontrolliert und präventiv eine Ölsperre ausgelegt.

In der Straße „Am Alten Gericht“ besteht abwassertechnisch ein sog. Trennsystem. Das bedeutet, dass getrennte Leitungs- und Kanalsysteme für die Ableitung von Regenwasser einerseits und Schmutzwasser anderseits bestehen. Im Rahmen eines gesonderten Einsatzabschnittes „Merzbach“ wurde während des laufenden Einsatzes präventiv mittels Dichtkissen und Tauchpumpe das Löschwasser kontrolliert in das Schmutzwassersystem eingeleitet und ein Einfluss in das Regenwassersystem, welches in den Merzbach mündet, verhindert werden.

Weitere Recherchen und Prüfungen ergaben, dass umwelttechnisch keine Gefahr bestand. Die vorsorglichen Schutzmaßnahmen konnten auch hier nach Rücksprache der beteiligten Behörden und Stellen zügig zurückgebaut werden.

IV.

Die betroffene Scheune und angrenzender Anbau sind zerstört. Ebenfalls ein auf dem Grundstück in unmittelbarer Anbaunähe abgeparkter Sprinter brannte vollständig aus. Eine weitergehende Brandausbreitung auf das im vorderen Grundstücksbereich befindliche Wohnhaus sowie die Nachbargrundstücke konnte durch die umfassenden Riegelstellungen weitgehend verhindert werden.

V.

Infolge des Brandeinsatzes war es zu einer weithin sichtbaren Rauchentwicklung über dem Stadtgebiet gekommen. Zur Warnung und vor allem Information der Bevölkerung wurde die NINA-Warn-App ausgelöst und die Bevölkerung aufgefordert präventiv und vorsorglich Fenster und Türen zu schließen. Dies insbesondere mit Blick auf den nicht unerheblichen Brandgeruch. Eine Gefahr für die Bevölkerung selbst bestand nicht. Die unmittelbaren Anwohner und Schaulustigen wurden aufgefordert den Einsatzbereich zu verlassen und sich in Gebäude zu begeben.

VI.

Aufgrund des erheblichen Koordinierungsbedarfes wurde der Einsatzleitwagen 2 zur Einsatzstelle gerufen. Aufgrund der Vielzahl von erforderlichen Atemschutzgeräten wurde der Gerätewagen-Atemschutz der StädteRegion ebenfalls zur Einsatzstelle gerufen. Da sämtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr Alsdorf in den Einsatz eingebunden waren, wurde die Feuer- und Rettungswache in Alsdorf durch Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Würselen besetzt und der Grundschutz für das übrige Stadtgebiet sichergestellt.
Die Feuerwehren Eschweiler und Aldenhoven wurden in umwelttechnischer Hinsicht über das Einsatzgeschehen in Kenntnis gesetzt und in dortigen Stadtgebieten der Merzbach geprüft.
Zur ergänzenden Wasserversorgung wurde zudem vorsorglich der in Herzogenrath stationierte Gerätewagen-Wasser mit 8000L Löschwasser zu Einsatzstelle gerufen. Ein Einsatz des Sonderfahrzeugs war nicht mehr erforderlich.
Der Einsatzleitwagen 2 wurde durch ehrenamtliche Kräfte der Feuerwehren Baesweiler und Würselen besetzt.
Das THW war mit einem Zugtrupp, der Fachgruppe Notversorgung sowie der Bergungs- und Räumgruppe, insgesamt etwa 20 Einsatzkräften in den Einsatz eingebunden. Die THW-Einheiten wurden aus verschiedenen Ortsverbänden entsandt, unter anderem Alsdorf, Stolberg und Eschweiler.
Die Polizei hat die Verkehrsabsicherung mit 3 Fahrzeugen übernommen.
Ebenfalls machten sich Kreisbrandmeister Thomas Sprank und der erste Beigeordnete der Stadt Alsdorf, Ralf Kahlen, ein eigenes Bild der Lage vor Ort.
Die Feuerwehr Alsdorf war unter der Führung von Einsatzleiter Andreas Kreuwen mit über 60 Feuerwehrleuten im Einsatz.

(apa 25.04.2022)
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