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Nähen beinahe rund um die Uhr: Ehrenamtler sorgen in Alsdorf für mehr Schutz in Corona-Zeiten


Ein Teil des Teams, mit Abstand und eigenen Masken: Die Initiatorinnen Nadine Lippek und Silke Breuer (von rechts) werden mittlerweile von knapp 20 ehrenamtlichen Näherinnen unterstützt.

Mittlerweile geht es richtig flott von der Hand. Denn die Näherinnen haben einige Routine erworben. Rund sieben Minuten dauert die reine Näharbeit pro Mund-Nasen-Schutz, rechnet man den Zuschnitt des Stoffs hinzu, kommt man pro Maske auf knapp 15 Minuten. Und die Nähmaschinen laufen viele, viele Stunden am Tag. Rund 20 Näherinnen haben sich in Alsdorf über das Facebook-Netzwerk „Gemeinsam stark gegen Corona in Alsdorf“ um die beiden Initiatorinnen der Nähaktion – Nadine Lippek und Silke Breuer – geschart und sind seit bald acht Wochen fleißig bei der Arbeit. Anfangs wurden sie noch von so manchem belächelt. „Vor der Einführung der Maskenpflicht haben uns einige gesagt, dass diese Dinger doch ganz sicher überflüssig sind und man sie gar nicht braucht“, erinnert sich Nadine Lippek an die Anfänge. Doch ihr sei immer klar gewesen, dass die Masken ihren Nutzen erfüllen und das Tragen zur Pflicht werden würde. So ist es gekommen – und mit dem Start der Pflicht ging die Nachfrage steil durch die Decke. „Das war einfach enorm, wir wurden mit Anfragen komplett bombardiert!“ Wer eine Stoffmaske wollte, musste in diesen Tagen auch schon mal kurz vertröstet werden. Doch dauerte es nie allzu lange, den Nachschub herzustellen. Schließlich ist das Anfertigen der Masken allen im Team eine Herzensangelegenheit. Da rattern die Maschinen bei den Ehrenamtlerinnen gern auch  mal beim Fernsehen und bei der ein oder anderen trotz der Anforderungen des Berufes in der Freizeit. „Wir wollen in dieser schweren Zeit einfach einen Beitrag leisten, für die Sicherheit der Menschen zu sorgen“, sagt Silke Breuer.

Gegen eine kleine Spende – von einem finanziellen Beitrag über Süßigkeiten bis hin zu Sachspenden – geben die Näherinnen die Masken ab. Wer mehr geben kann, gibt mehr. Wer es sich nicht leisten kann, gibt was er kann. Schutz darf keine Frage davon sein, wer wie gut betucht ist, sagen die Näherinnen. Sie selbst können bislang mit dem Ertrag die Anschaffung neuer Materialien decken, finanziellen Gewinn hat hier ohnehin niemand im Sinn.

Eine Maske gibt es derzeit pro Person, damit möglichst jeder zum Zug kommt. Wer mehr Masken benötigt, kann sich erneut anmelden. Das geht über Facebook unter dem Stichwort „NadineundKrähe“ sowie per E-Mail unter: naehenfueralsdorfgegencovid19@gmail.com.

Der Nachschub läuft. Und läuft. „Zehn Stunden Nähzeit am Tag kommen bei mir schon mal zusammen“, sagt Ehrenamtlerin Nadine Klein. Jede einzelne davon investiert sie gern. Bei solch einem beachtlichen Pensum sind die Näherinnen bislang auf stolze 4.000 Masken gekommen, von denen ein Großteil über das Freiwilligenzentrum der Caritas verteilt worden ist. So lange die Krise andauert und Masken benötigt werden, will die Gruppe weitermachen. Lob gibt es dafür von Bürgermeister Alfred Sonders. „Es ist einfach toll, dass hier Menschen mit Leib und Seele dabei sind, ihre Mitbürger zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass sie in Corona-Zeiten sicherer unterwegs sind.“ Diese Hilfsbereitschaft kennt übrigens kein Alter. Mit 14 Jahren ist Fiorina Schnitzer die jüngste Näherin, mit 73 Jahre ist Roswitha Bauschke die älteste. Daneben engagieren sich Marianne Koriath, Jenny Richter, Tanja Heffels, Moniek Lambertz, Jessica Demmer, Janine Klein, Vanessa Dorsfeld, Marion Gottwald, Bianca Lust, Danjela Hausner, Diana Jansen, Heike Schnorrenberg, Yasemin Robens, Geli Rik und Hozan Hussin Ahmed. Für Logistik und Materialbeschaffung sorgen René Frey, Martina Bernemann und Ellen Kehren.

Auch in Hoengen gibt es ein Team, das Masken näht. Hier hat Wilhelmine Mennicken zehn Helfer um sich geschart, die fleißig produzieren. Mehr als 500 Masken sind bereits entstanden. Und jede einzelne davon ist ein besonderer Beitrag zur Sicherheit in unsicheren Corona-Zeiten. 

(apa 07.05.2020)

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