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Alte Schaufenberger Kastanie wird dank Kettensägenkunst zur Sitzbank




Als Blickfang hat die alte Kastanie Generationen von Schülern auf ihrem Weg in die Schaufenberger Grundschule begleitet. Gut 200 Jahre stand der prächtige Baum an der Engelstraße – bis er im vergangenen März vom Sturmtief „Eberhard“ derart durchgerüttelt wurde, dass er nicht länger stehen konnte. Dass die Kastanie aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste, bedauern viele Menschen, nicht bloß in Schaufenberg. Doch wird bald zumindest ein Teil des Baumes dorthin zurückkehren: Als imposante Sitzbank, die derzeit auf dem Weihnachtsmarkt an der Alsdorfer Burg von dem Kettensägenkünstler Oliver Schulz in Form gebracht wird.

Viele Ornamente hat der 53-Jährige bereits in den mächtigen Stamm hineingesägt: Das Fördergerüst, das Alsdorf-Logo und natürlich das Schaufenberger Schulgebäude. Alles in filigraner Arbeit, die kleinsten Linien fräst er mit einer geradezu winizigen Akku-Kettensäge ins Holz. Bis zum Ende des Weihnachtsmarktes soll alles fertig sein, dann stecken – inklusive Planung – gut 80 Arbeitsstunden in der Bank. Ein Großprojekt, aber Oliver Schulz ist ein Mann mit einiger Erfahrung. Holz war schon immer sein Ding. Zuerst während der Ausbildung zum Zimmermann, anschließend in der Lehre zum Schreiner. Doch dann – einige Berufsjahre und sechs Bandscheibenvorfälle später – war Schluss mit diesen Berufen. „Der Rücken. Ging einfach nicht mehr.“ Es war eher ein Zufall, dass er damals auf die Kettensäge stieß. Denn vor dem Jahr 2004 hatte er nur ganz selten Mal eine in der Hand. „Aber damals wurde der Trend aus den USA auch bei uns langsam populär.“ Kunstwerke mit der Kettensäge zu machen – man kann sagen, dass es bei Oliver Schulz Liebe auf den ersten Blick war. Einen Kurs im Umgang mit der Kettensäge hat er bis heute nicht gebraucht, wie er sagt. Den Bogen hat er auch so längst raus. Seit zwölf Jahren ist der Mann aus Löhndorf am Rhein Stammgast auf dem Alsdorfer Weihnachtsmarkt. Jahr für Jahr veredelt er dort Stämme zu Skulpturen, Tierfiguren und vor allem Eulen, immer wieder Eulen. „Die wollen die Leute einfach haben“, sagt er und kann sich selbst nicht so genau erklären, woher die Vorliebe für die hölzernen Vögel stammt. Ist auch egal, er liefert ja gerne. Und kann sich in Alsdorf Zeit dafür nehmen. Ganz im Gegensatz zu den vielen „Speed-Carving-Wettbewerben“, an denen er im Lauf des Jahres teilnimmt und bei denen es stets darum geht, möglichst schnell zu hantieren. In einer Stunde müssen dann in der Regel die Kunstwerke fertig sein, damit sie bei den Juroren Gnade finden. Seine Kreationen finden sehr oft Gnade. Der Mann, der zur deutschen Nationalmannschaft gehört, ist erst in diesem Jahr wieder deutscher Vizemeister geworden. Es ist für ihn ein Full-time-job geworden, Zeit für das Motorradfahren – gern ist er mitsamt Beiwagen in der Eifel unterwegs – bleibt da oft nicht mehr. Der jährliche Termin in Alsdorf bleibe indes auch künftig Pflichtprogramm. Dort genießt er viel Aufmerksamkeit seitens der Besucher. Eine Menge Komplimente hat er schon jetzt für seine Schaufenberger Bank bekommen, die der Fanfarenzug Schaufenberg bei ihm quasi in Auftrag gegeben hat. Er hofft, dass die Bank lange erhalten bleibt. „Dazu muss man die aber sehr gut pflegen. Kastanie ist für draußen eigentlich nicht so gut geeignet, die muss häufig lasiert und geölt werden, damit sie witterungsbeständig bleibt.“ Eiche wäre deutlich besser, sagt er – aber es war nun mal eine Kastanie, die den Schaufenbergern ans Herz gewachsen ist. Und das soll auch in Form einer Sitzbank der Fall sein. 

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(apa 09.12.2019)

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