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"Geschichtsplatten": Der Siegerentwurf zu "Kunst für Alsdorf 2018" bringt vergessene Pfade ans Tageslicht


Modelle der Geschichtsplatten in Händen: Sparkassen-Gebietsdirektor Lothar Müller (mit Kunsthund Artus), Hans-Georg Schardt (Bergbaumuseum Grube Anna 2), Sabine Busch und Andrea Presl (Kunstverein Alsdorf), Projektgruppenleiter Axel Friedrich, Renate Rinkens und Josef Zentis (Kunstverein), Erster Beigeordneter Ralf Kahlen sowie der Kunstvereinsvorsitzende Franz-Josef Kochs (von links) freuen sich über den Siegerentwurf.

Man darf den Siegerentwurf getrost handfest nennen. Denn diese Kunst hat so gar nichts Abgehobenes an sich, sondern wurzelt tief in der Alsdorfer Vergangenheit. Mit so genannten Geschichtsplatten soll in der Stadt an die Zeit des Bergbaus erinnert werden. In den Gehwegen sollen runde Platten die Stellen aufzeigen, wo tief unter der Erde die Kohle abgebaut wurde. Mit diesem Konzept hat eine Studentengruppe das Rennen im Wettbewerb „Kunst für Alsdorf gemacht“.

Zum achten Mal hatte der Kunstverein Alsdorf diesen Wettbewerb mit Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse Aachen und der Stadt Alsdorf ausgelobt. Zum Thema „Halden bleiben“ – also unter einem grundsätzlich bergmännischen Fokus – konnte die Fachjury schließlich 13 Entwürfe sichten. „Mein Herz hat ein wenig gehüpft also ich die tollen Konzepte zum ersten Mal gesehen habe“, sagte bei der Vorstellung Andrea Presl, die im Kunstverein die Projektgruppe „Kunst für Alsdorf“ geleitet hatte. „Wir sind glücklich, dass ein für viele Künstler sicher sehr abstraktes Thema eine solche Vielfalt von Vorschlägen erbracht hat.“

Am Lehrstuhl für Bildnerisches Gestalten der RWTH Aachen hatten sich acht Architekturstudenten mit dem Thema auseinandergesetzt und gleich mehrere Vorschläge eingereicht. Mit Platten in den Gehwegen den Weg der Bergleute unter Tage nachzuzeichnen – diese Idee hat letztlich überzeugt. „Nicht die einzelne Platte ist das Kunstwerk, sondern das Gesamtkonzept“, sagte dazu Projektleiter Axel Friedrich bei der Vorstellung des Siegerentwurfs. Wie viele Platten letztlich realisiert werden – 9.000 Euro Preisgeld stehen zunächst zur Umsetzung zur Verfügung – wird sich bei den Planungen während der kommenden Wochen zeigen. Offen ist beispielsweise noch, in welchem Material die runden Platten gegossen werden sollen. Angaben zum jeweiligen Schacht und zur Tiefe der unterirdisch verlaufenen Strebe könnten sie zum Beispiel enthalten. Und jeweils eine Richtungsangabe zur nächsten Geschichtsplatte, so dass ein Wegenetz entstehen könnte. Friedrich: „Folgt man diesen Wegweisern durch die Stadt, so wandelt man quasi auf den unterirdischen Pfaden, die die Bergleute gegangen sind.“

Andrea Presl könnte sich gut vorstellen, dass nach den ersten verlegten Platten auch private Interessenten „anbeißen“ könnten und weitere Platten bestellen, falls etwa unter ihrem Vorgarten einst Kohle abgebaut wurde. „Hier ist erneut ein Projekt gewählt worden, das die Kunst in den öffentlichen Raum bringt“, freute sich bei der Vorstellung der Erste Beigeordnete Ralf Kahlen. Schon die „Dreiklang“-Skulptur auf dem Denkmalplatz und der „Elementebaum“ auf dem Energeticon-Gelände waren im Zuge des Kunstwettbewerbs entstanden. Als starkes künstlerisches Signal hatte auch Sparkassen-Gebietsdirektor Lothar Müller den Siegerentwurf bezeichnet. Dieser Entwurf und die übrigen jurierten Beiträge werden in einer Ausstellung in der Sparkassen-Geschäftsstelle am Saint-Brieuc-Platz in Alsdorf zu sehen sein. Dort beginnt am Donnerstag, 13. September, um 19 Uhr die Vernissage.

Abgestimmt über die Künstlerideen hatten in der Fachjury Bernd Mathieu, der als Professor an der FH Aachen im Studiengang „Media and Communications for Digital Business“ lehrt; der Kunstexperte des Ludwig-Forums, Karl-Heinz Jeiter; Srja Marx, Künstler und Dozent an der Akademie Bildende Künste in Maastricht; Sonja Alagic, Leiterin der Alsdorfer Geschäftsstelle der Sparkasse sowie Marion Wingen, Leiterin des städtischen Kulturamtes. 

(apa 06.09.2018)

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