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Eine lebendige Talkrunde beendet Alsdorfer Jahresprogramm „25 Jahre nach dem Bergbau“




Mit einem besonderen Rück- und Ausblick ist das umfangreiche Jahresprogramm der Stadt Alsdorf zu Ende gegangen, das unter dem Motto „25 Jahre nach dem Ende des Bergbaus – Alsdorf entdeckt sich neu“ stand. Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule kamen dabei in einer Talkrunde im Energeticon mit Zeitzeugen ins Gespräch, die das Ende einer Bergbauära und den Beginn des Strukturwandels hautnah erlebt und begleitet haben.

Im Fördermaschinenhaus nahmen neben den Schülern Elishia Ackaa, Elif-Ece Kaya, Nathan Nzuzi, Burak Yildirim und Pascal Stempin der Alsdorfer Bürgermeister Alfred Sonders, der ehemalige EBV-Mitarbeiter, Landtagsabgeordnete und Alsdorfer Ehrenbürger Hans Vorpeil sowie der ehemalige Alsdorfer Stadtdirektor Hans Puchert auf der Bühne Platz. Moderiert wurde die Runde von Katharina Menne, Journalistin des Zeitungsverlags Aachen.

Wie war das eigentlich genau: damals, vor 25 Jahren? Zu einer Zeit, die keiner der Schüler selbst erlebt hat. Wie waren die Arbeitsbedingungen unter Tage, wie war der Zusammenhalt der Kumpels, wie hat die Integration so vieler Menschen aus unterschiedlichen Kulturen funktioniert und vor allem: Was war das für ein Gefühl, als klar wurde, dass diese Zeit unwiderruflich beendet sein würde? Viele Fragen hatten die Schüler auf Lager, die ein erkennbar großes Interesse an dieser bedeutenden Epoche in der Alsdorfer Stadtgeschichte zeigten. Sehr zur Freude der drei Zeitzeugen, die teils berufliche, teils persönliche und nicht selten emotionale Erinnerungen zur Hand hatten. Ein „außerordentlicher Kraftakt“ sei das damals gewesen, die allein in Alsdorf 4.200 von Arbeitslosigkeit bedrohten Bergmännern eine neue berufliche Perspektive – unter anderem im Ruhrgebiet oder im Braunkohletagebau – zu schaffen, sagte Hans Vorpeil. Seinerzeit hatten auch das Land NRW und der Bund die Bemühungen der Alsdorfer nach Kräften unterstütz, „so das wir am Ende den Kumpeln eine sichere Basis bieten konnten“. Für die Stadt musste ebenfalls eine ganz neue Basis her. Und die kam in Form der Wirtschaft, namentlich der Ansiedlung des Halbleiter-Produktionswerks der Firma Mitsubishi. „Dass wir dieses Unternehmen von Weltruf nach Alsdorf holen konnten, hatte die entscheidende Sogwirkung für viele andere Betriebe die sich ansiedelten, beschrieb Hans Puchert den Prozess, der bis heute im Industrie- und Gewerbepark Früchte trägt. „Wir sind glücklich, dankbar und stolz, dass es heute in diesem Bereich mehr Arbeitsplätze gibt, als die Zahl derer, die damals weggefallen sind“, sagte Bürgermeister Alfred Sonders. Eine Perspektive für die Zukunft. „Wir wollen Alsdorf als Familienstadt immer weiter nach vorne bringen“, sagte Sonders. Einen Blick in die Zukunft warf auf Hans Vorpeil. Von den Schülern danach befragt, ob er ein wehmütiges Gefühl habe, wenn er heute die erhaltenen Bergmannsgebäude in der Stadt sehen, sagte er: „Nein, kein wehmütiges. Sondern ein durch und durch zuversichtliches. Auf der Tradition der Stadt ist etwas Neues entstanden, von dem wir heute alle profitieren!“

Musikalisch umrundet wurde der Abend von Auftritten des Chores der Gesamtschule, der Lieder aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ und Leonard Cohens „Halleluja“ präsentierte. Erinnerungen an den letzten Tag auf Emil Mayrisch, auf den Tag genau 25 Jahre vor dem Talkabend, gab es auch in einem kleinen Film: Hans-Peter Thelen hatte aus Filmaufnahmen von Hans Vorpeil einen Clip montiert, der die von vielen Menschen begleitete Ausfahrt des letzten Förderwagens zeigte. 

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(apa 22.12.2017)

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